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Die Mosaiksteinchen, die sich auf ihrem aktuellen Album Colours of Ghana zu einem ganz und gar nicht gefälligen oder ethno-seligen Reflex eines Aufenthalts an der afrikanischen Ost-Küste zusammensetzen, sind im Konzert nur Ausgangs-, Fix- oder Zielpunkte ausgedehnter Erkundungen in tieferes Erdreich. Der Wille, eine Phrase oder einen Augenblick ins Unendliche zu dehnen, zu einer leuchtenden Fläche hochzuschrauben, das Sich-Festbeißen, das Beharren auf der einmal gefundenen Sprachregelung: diese im Gegensatz zur Konserve zeitaufwändigen Auf- und Ausbrüche faszinieren zum einen für sich, durch den Grad der Erregung, der sich aufs Publikum überträgt, zum anderen aber, weil sich immer ein Weg zurück auftut, eine kleine Melodie oder ein harmonisierender Hymnus, Chiffren des Angekommenseins wie des Heimkehrens. Diese unverhohlen versöhnlichen Momente sind die einzigen, wo Jens Thomas Spiel von der Ferne her zu Vergleichen mit dem lyrischen Funkeln eines Abdullah Ibrahim herausfordert (Knowing Sowah!). Ansons-ten versagen hier aber die Schubladen der üblichen Personalstil-Hierarchien. Das liegt natürlich an Thomas selbst, dessen hörbar auch an zeitgenössischer E-Musik geschultes Spiel die Geschwindigkeit, das rein Technische widerstandslos transzendiert. Da sind aber vor allem auch die anderen zwei Drittel von Triocolor, einer verschworenen Gemeinschaft, bei der Interaktion nicht Element, sondern die Substanz selbst ist. Björn Lücker verfährt für eine Afrika-Hommage erfreulich unethnologisch, der Drive, den er entwickelt ist nicht der, den man als Trommel-Erfahrung im Gepäck mit sich führt. Er macht so simpel das klingt die perkussiven Anklänge zum reflektiert eingesetzten Bestandteil eines eigenständigen modernen Schlagzeug-Stils. Modern und eigenständig auch Stefan Weekes Arbeit im Untergrund des Tonraums: mal melodiös das Hymnische befeuernd, mal (un)ordentlich verzerrt, mal mit Endlosschleifen als Eigenbegleitung in fremde Bezirke aufbrechend. Dort wo die Energien der drei sich zu gemeinsamer Ekstase bündeln oder in einer Ruhe ohne Harmlosigkeit heimkehren, darf man sich, egal auf welcher Reise, getrost zu Hause fühlen.
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