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Routinierte Musiker mit langjähriger, prägender Spielpraxis in Middle- und BigBands wie den Trompeter Dusko Goykovich erkennt man allein an ihrer aufrechten, aristokratisch-disziplinierten Spielhaltung. All die Jahre in den großen Ensembles von Maynard Ferguson, Woody Herman und vor allem bei Kenny Clarke-Francy Boland haben sich bei Goykovich tief in die Köperhaltung eingeschrieben. So kann man, noch bevor man sich bei seinem gut besuchten Konzert im Nürnberger JazzStudio eigentlich auf die Musik konzentriert, nicht nur deutlich wahrnehmen, wie fest der 69-jährige gebürtige Bosnier auf dem Boden der klassischen Hard Bop-Tradition steht. Mehr noch: Goykovich, der sich derzeit hörbar mit dem späten Kenny Dorham auseinandersetzt, steht auch im übertragenen Sinn für die Einheit von Form und Inhalt. Sein Horn beherrscht er souverän und muss nicht - im Gegensatz zu vielen jungen Musikern - permanent damit herum fuchteln.
Alles an Goykovich signalisiert: Hier steht die Musik, nicht der narzisstisch-theatralische Zeitgeist im Mittelpunkt. Dusko Goykovich, der 1956, im Jahr seiner ersten Schallplattenaufnahme mit den Frankfurt All-Stars (Vier Temperamente) auch das erste Mal in Nürnberg spielte, legte mit seinem soliden Quintett an diesem Abend seinen Akzent deutlich auf Balladen. Gelassen spielte er sehr populäre Standards (z.B. Body and Soul) genauso wie weniger bekannte Soul-Schmeichler wie You are my everything, ein Stück das ursprünglich ein Hit für Diana Ross und die Supremes war. Mit dem Tenorsaxophonisten Roman Schwaller (man spielte schon auf den Bratislava Jazztagen 1980 zusammen) orientierte sich Goykovich punktuell bis in die Arrangements hinein an klassischen Blue Note Aufnahmen Horace Silvers aus den 50ern. Neben John Coltranes (bzw. auch Mr. P.C, also seinem Bassisten Paul Chambers zugeschriebenen) Bass Blues lief Goykovich auch mit zwei berühmten Silver-Stücken zur Hochform auf: Room 608 aus dem Jahre ´54 und Cookin´ at the Continental, das man am besten auf seinem 59er Album Finger Poppin with the Horace Silver Quintet nachhört. Ein feines Konzert, bei dem auch Schlagzeuger Dejan Terzic einige memorable Szenen hatte.
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