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 2001/03

 seite 6
 berichte

 

Inhaltsverzeichnis Jazzzeitung 02/2001


Inhalt 2001/03

standards
Editorial
News
Farewall
Fortbildung
Glossar: Quartette

berichte
Triocolor mit „Colours of Ghana“
10-jähriges Jubiläum im Neuburger Birdland
Dusko Goykovich-Quintett im Jazzstudio Nürnberg

jazz heute
Nils Landgren soll das Jazzfest Berlin neu erfinden
Break (von Joe Viera)

jubilee - portrait
Drummer Paul Motian wird siebzig
Die Münchener Kultur-Agentur Triptychon
25 Jahre Jazzzeitung

play back.
Friedrich Guldas Vermächtnis auf einer DVD
CD-Anthologie mit Free Jazz aus der DDR

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Keine zwei Welten.
Auch Kinder sind für Jazz empfänglich

dossier
Vereine sind auch nur Menschen. 10 Jahre Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Bayern
Wichtige Ziele erreicht.
Wie funktioniert eigentlich Jazzförderung in Bayern?
Service: Die Feierlichkeiten

medien/service
Link-Tipps
Charts
Rezensionen 2001/03
Service-Pack 2001/03 als pdf-Datei ( Clubadressen, Kalender, Jazz in Radio & TV Jazz in Bayern und anderswo (223 kb))

 

Im Keller unter der Apotheke

10-jähriges Jubiläum im Neuburger Birdland

Gegründet wurde der Birdland Jazzclub in Neuburg an der Donau bereits 1958. Die letzten zehn Jahre jedoch dürften die wichtigsten der Clubgeschichte sein. Denn nach einer langen und immer wieder auch fast leblosen Odyssee durch diverse Lokalitäten fand man 1991 ein festes Domizil in der oberen Altstadt. Und so residiert das Birdland seit dem 1. Februar 1991, als das Dusko Gojkovich Quintet eine neue Ära einläutete, im Keller unter der Hofapotheke am Karlsplatz. Fast 500 Konzerte haben seitdem hier ihr Publikum gefunden.

Das Louis Hayes Quintet am 26. Januar 2001 im Birdland

Das Kellergewölbe der 1783 erbauten Hofapotheke bietet eine faszinierende Atmosphäre. Moderne Musik im alten Gemäuer, das ist nicht nur für Jazzer aus der neuen Welt schon von vornherein ein reizvoller Kontrast. Was viel wichtiger ist: Der Keller bietet eine hervorragende Akustik; Verstärker sind fast überflüssig. In den meisten Fällen springt der Funke unmittelbar über, und die direkte Begeisterung, die zwischen Akteuren und Zuhörern hin und her schwingt, steigert sich nicht selten zu wirklich magischen Momenten. Die Musiker fühlen sich in Neuburg wohl, auch im Umfeld, und so hat es sich in der Szene inzwischen herumgesprochen, dass in dem kleinen Städtchen in Bayern eine Atmosphäre herrscht, von der man eigentlich nur schwärmen kann. Das Programm des Birdland ist – bei allem Purismus – sehr offen und bietet immer wieder echte Highlights für jeden Jazzgeschmack. Old-Time Fans kommen ebenso auf ihre Kosten wie die Jünger der Avantgarde, Mainstream-Hörer wie Abenteuerlustige, ältere Semester wie Jazzeinsteiger. Und das Programm hatte es in sich in den letzten zehn Jahren.

ur einige Namen seien genannt: aus der deutschen Szene Klaus Doldinger, Heinz Sauer und Till Brönner, aus dem internationalen Bereich Milt Jackson, Stephane Grappelli, Archie Shepp, Ray Brown, Art Farmer, Gerry Mulligan, Lee Konitz, Joe Pass, Charlie Haden, Kenny Barron, John Scofield, und und und ..., etablierte Größen wie Rising Stars. Auch die regionale Szene wird bewusst gefördert und findet Auftrittsmöglichkeiten. Ein besonderes Markenzeichen ist die Reihe „Art of Piano“, die inzwischen mehr als 50 mal den clubeigenen Bösendorfer erklingen ließ, unter anderem unter den Händen von Brad Mehldau, Tommy Flanagan, Michel Petrucciani und Ahmad Jamal. Mit dem 1. Vorsitzenden Manfred Rehm rackert ein Motor, der den Club in Schwung hält, Verbindungen in die ganze Welt pflegt und nahezu seine komplette Freizeit ehrenamtlich dem Jazz widmet. Nicht zuletzt die Sponsoren, allen voran die Neuburger Familie von Philipp, aber auch die Tatsache, dass die Stadt ihr einzigartiges kulturelles Juwel pflegt, tragen dazu bei, dass das Birdland so lang auf höchstem Niveau Bestand haben konnte. Viel einfacher als alle Analysen klingt, was Act-Chef Sigi Loch jüngst sagte: Das Birdland in Neuburg an der Donau sei schlicht und einfach „der wahrscheinlich schönste Jazzclub Deutschlands.“

Tobias Böcker

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