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2000/09
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Kulturpolitik Seite 26 |
Der Kunst verpflichtet Die Stadtsparkasse München und ihre Stiftungen Auf 175 Geschäftsjahre in der bayerischen Landeshauptstadt kann die Stadtsparkasse München zurückblicken. In den letzten Jahren tritt die Bank vermehrt durch Stiftungs- und vielfältige Sponsoring-Aktivitäten in Erscheinung. Andreas Kolb, Chefredakteur der Jazzzeitung unterhielt sich mit Josef Turiaux, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München, über das Engagement der Sparkasse für Kunst und Kultur. Jazzzeitung: Was sind die Intentionen der Stiftungen der Stadtsparkasse München? Jazzzeitung: Welche Ziele verfolgen Sie mit den Stiftungen? Nur ideelle? Turiaux: Ich meine ja. Wer so nah am städtischen Geschehen sitzt wie wir und das seit über 175 Jahren, der kann nicht so tun Hauptsache die Gewinn- und Verlustrechnung stimmt. Wir machen das auch, weil das einer empfundenen Verpflichtung entspricht. Wir leben in und von dieser Stadt. Und wenn es der gut geht, geht es uns auch gut. Jazzzeitung: Welches sind die Stiftungen der Stadtsparkasse? Turiaux: Unsere erste Stiftung war die Altenhilfestiftung mit 15 Millionen Stiftungskapital. 1992 gründeten wir die Kulturstiftung mit den Sparten Musik, Literatur, Kunst, Film, Darstellende Kunst (Stiftungskapital: 10 Millionen), danach die Stiftung Für Kinder und Jugendliche unserer Stadt (10 Millionen) und die Stiftung Straßenkunst (5 Millionen). Jazzzeitung: Wie wählt die Kulturstiftung Förderprojekte aus? Turiaux: Wir verstehen eine Menge von Zinsen und Courtagen, aber Kunst und Kultur? Deshalb bedienen wir uns verschiedener Kuratorien. Die Kulturstiftung zum Beispiel hat ein Kuratorium, bestehend aus sieben Fachleuten, die uns inhaltlich beraten. Formal entscheidet dann der Stiftungsvorstand beziehungsweise unser Aufsichtsgremium, der Stiftungsrat. Jazzzeitung: Wer sind die Mitglieder des Kuratoriums? Turiaux: Das Kuratorium besteht aus Brigitte von Welser (Gasteig), Dr. Eckhard Heintz (Institut für Internationales Kulturmanagement), Prof. Helmut Friedel (Städtische Galerie im Lenbachhaus), Dr. Beate Kayser (tz), Dr. Johannes Willms (Süddeutsche Zeitung), Sabine Dultz (Münchner Merkur) und Gert Gliewe (Abendzeitung). Jazzzeitung: Die größte Auszeichnung, die die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München vergibt, ist der Kunstpreis... Turiaux: Ja, der Kunstpreis ist mit 100.000 Mark dotiert. Er ist verbunden mit einer Ausstellung im Lenbachhaus, der Unterstützung des Ausstellungskataloges mit 50.000 Mark sowie einer Option auf eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste. Er wird seit 1996 alle drei Jahre vergeben. Die Preisträger 1996 und 1999 waren der kanadische Fotokünstler Jeff Wall sowie die in Köln lebende Künstlerin Rosemarie Trockel. Der irische Künstler James Coleman wurde kürzlich für unseren Kunstpreis 2002 nominiert. Jazzzeitung: Welche Rolle spielt die Musik? Turiaux: Musikförderung wird mittlerweile zweigeteilt. Einmal gibt es die Kulturstiftung, und einmal die Stiftung Für Kinder und Jugendliche unserer Stadt, weil Musik im Bereich der Kinder immer mehr eine große Rolle spielt. Da wie dort fließen Mittel in diverse Projekte. Darunter beispielsweise Tollwood und Pasinger Fabrik beide gäbe es ohne uns nicht. Dann das Metropol-Theater: auch da haben wir irgendwann mal eingegriffen als es wackelte. Die sind jetzt auf einem guten Weg, machen eine gute Arbeit. Jazzzeitung: Was tut die Stadtsparkasse für den Jazz? Turiaux: Was den Jazz angeht, so unterstützen wir im Wesentlichen
den Jazzclub Unterfahrt. Diesen Club begleiten wir schon seit beinahe
zehn Jahren. Da haben wir unter anderem eine Verstärkeranlage, einen
Flügel und diverse Konzerte finanziert. Turiaux: Zweifellos mein Sohn. Er ist Schlagzeuger. Jazzzeitung: Haben Sie musikalische Vorlieben? Turiaux: Ich höre am liebsten New Orleans, Swing oder Bebop. Wenn früher die Dutch Swing College Band im Audimax in Aachen spielte, da hätten die Veranstalter das Fünffache an Besuchern reinbekommen. Wenn die heute spielen, ist man froh, wenn der Saal voll wird. Wenn es stimmt, dass sich alles wiederholt, müsste der Jazz jetzt irgendwann wieder eine neue Blütezeit erleben. Internet
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