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2000/09
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Celebration Seite 6 |
Sonnys Sound der Freiheit Zum 70. wird Sonny Rollins mit einer Edition geehrt Obwohl sich wie bei Satchmo ein falsches Geburtsjahr in viele Lexika geschlichen hat, feiert der am 9. September 1930 in New York geborene Newk erst in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag. Wer seinen wegweisenden Beitrag zum Jazz studieren will, tut dies am besten mit seinen Aufnahmen jener Zeit, als Sonny Rollins, wie zuvor Stan Getz und danach John Coltrane, der vom Nachwuchs meistbewunderte, meistimitierte Saxophonist war. Eine soeben erschienene 5-CD-Box, die Alben der Jahre 1956 bis 1958 vereint, lädt gerade dazu ein.
Rollins war keineswegs, was man bisweilen liest, ein Konservativer, der vom progressiven Coltrane abgelöst wurde. Rollins souverän freier Umgang mit dem Material machte avantgardistischen Strömungen der 60er-Jahre den Weg frei. Zur Zeit ihrer Erstveröffentlichung wurden seine Platten der späten 50er-Jahre denn auch heftig pro und contra diskutiert, in einigen Jazzmagazinen sogar als Scharlatanerie eines Musikanten abqualifiziert, der ins Saxophon rülpst, hupt und quäkt. Wenige dürften diese Aufregung heute nachvollziehen, viele sie als Quintessenz modernen Saxophonspiels schlechthin betrachten.
Am Beginn steht Thelonious Monks Brilliant Corners, ein Album, dem man die Schwierigkeiten mit den komplizierten Stücken bei der Aufnahmesession kaum anmerkt. Nicht nur wegen origineller Instrumentenwahl Monk an der Celesta, Max Roach an der Pauke ist es auch ein Meilenstein in der Diskographie Monks. Auf die mit machtvollem und erdigen Klang zum Swingen gebrachten Stücke von Sonny Rollins plays folgte die epochale Freedom Suite. Die Möglichkeiten der pianolosen Trio-Besetzung wurden diesmal mit Oscar Pettiford und Max Roach auch strukturell weiter ausgelotet. Die Suite ist das sozialkritische Dokument eines Musikers, der trotz seiner Berühmtheit in den besseren Vierteln New Yorks als Afroamerikaner keine Wohnung bekommen konnte. Damit bereitete Rollins ähnlich engagierten Werken aus der Zeit der Bürgerrechtsbewegung wie Freedom Now von Roach und Lincoln den Weg. Das ebenso unterschätzte wie herausragende Album Sonny Rollins And The Contemporary Leaders steht am Ende der Edition. Der Titel rührt daher, dass jeder der anderen Musiker Barney Kessel, Hampton Hawes, Victor Feldman, Leroy Vinnegar und Shelly Manne für das Label Contemporary Alben als Leader eingespielt hatte.
Marcus A. Woelfle Soeben erschienen: Sonny Rollins: The Freelance Years. The Complete Riverside & Contemporary Recordings; Riverside/Zyx 5RCD-4427-2
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