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2000/09
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Berichte Seite 5 |
Münchner Klaviersommer Ein Kommentar von Ralf Dombrowski Natürlich war es schön, dass es ihn überhaupt noch gab. Denn nach dem Versiegen der Fördergelder war es durchaus nicht selbstverständlich, dass ein kostenintensives Unterfangen wie der Klaviersommer noch weitergeführt werden konnte. Da auch die ehemaligen Hauptveranstalter der Konzertreihe nicht daran interessiert waren, sich weiterhin zu engagieren, nahm die Chefin des Bayerischen Hofs Innegrit Volkart das Risiko auf ihre Kappe und organisierte die Milleniumsausgabe ausschließlich in den Räumen des Traditionshotels am Münchner Promenadeplatz. Finanziell hat sich der Einsatz für sie nicht gelohnt, mit Sicherheit aber auf der Ebene der Promotion: Besonders mit den Latin-Veranstaltungen ist es uns gelungen, Leute in der Bayerischen Hof zu locken, die sonst nie einen Fuß dorthin setzen würden. Für mich ist das eine positive Entwicklung, denn auch ein altehrwürdiges Haus wie unseres ist darauf angewiesen, sich nach vielen Seiten hin zu öffnen. Schade war es jedoch, dass die künstlerische Leitung des Klaviersommers die Chance des Umbruchs nicht zur inhaltlichen Neuorientierung genutzt hat. So waren es weitgehend die gleichen Namen der vergangenen Jahre und Konzerte, die das Programm bestimmten. Manch einer wird sich auch gefreut haben, Künstler wie Ray Brown, Dave Holland oder Al Di Meola auf ein Neues zu erleben. Nur bekommt man damit kein Profil. Denn es ist nun wirklich keine Kunst, Kenny Barron, James Carter oder The Manhattan Transfer zu buchen. So blieben die Lichtblicke, von erwartungsgemäßen Höchstleistungen wie beim Holland Quintet mal abgesehen, auf wenige mutige Programmpunkte wie den kubanischen Querdenker Omar Sosa beschränkt, der sich mit fröhlicher Chuzpe als aufsteigender Stern am Pianistenhimmel empfahl. Irgendwie so muss es auch mal angefangen haben. Und nur mit musikalischen Visionen wird auf Dauer aus dem Klaviersommer wieder mehr werden, als ein Veteranentreff der stilistischen Gewissheiten. |
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