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Inhaltsverzeichnis Jazzzeitung 7/2000

2000/09

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Farewell

Seite 24

Flötist, Sänger, Sideman

Zum Tode von Jerome Richardson

Nur sechs Alben unter eigenem Namen – wärmstens empfohlen sei sein Erstling „Midnight Oil“ aus dem Jahre 1958 (Original Jazz Classics OJCCD-1815-2) – hat der am 25.12.1920 in Oakland, Kalifornien geborene Jerome Richardson vorgelegt. Und die sind noch dazu selten. Doch selbst Jazzfans, die seinen Namen jetzt erstmals bewusst lesen, haben ihn vermutlich im Plattenschrank. Das „Who’s Who“ der Musiker, auf deren Platten er mitwirkt, liest sich wie ein Jazz-Lexikon: Adderley, Albam, Allison, Ammons, Armstrong... Zurecht war Richardson schon in den 50er-Jahren sowohl an der East wie an der West Coast einer der gefragtesten Musiker, nicht nur etwa als Satzspieler, sondern als profilierter Bop-Solist: Kollegen jeder Richtung schätzen ihn als Tenor-, Alt-, Bariton- und Sopransaxophonisten. Doch seine größte Anerkennung fand er für sein Flötenspiel. Sein Flöten-Solo über „Kingfish“, bei Lionel Hampton eingespielt, in dessen Orchester er 1949–1951 wirkte, gilt sogar als erstes des modernen Jazz. Daneben machte er sich als Balladen-Sänger einen Namen. Richardson war ein Gründungsmitglied des Thad Jones-Mel Lewis Orchestras, und zeit seines Lebens bei unterschiedlichsten Bigbands (Lunceford, Gil Evans, Mingus Quincy Jones) sehr gefragt. Am 23. Juni 2000 ist er an Herzversagen gestorben, in der gleichen Stadt wie kurz zuvor Buzzy Drootin und Teri Thornton: in Englewood, New Jersey.

Marcus A. Woelfle


Die Jazzzeitung verabschiedet sich von...

Gene Harris (1.9.1933 Benton Harbour, Michigan – 16.1.2000, Boise, Idaho), Pianist, dessen souliges Trio „The Three Sounds“ in den 60er-Jahren sehr populär war.
Don Abney (10.3.1923 Baltimore, Maryland – 20.1.2000 Los Angeles, Kalifornien), vor allem als Studiomusiker erfolgreicher Pianist, der viel mit Sängerinnen wie Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Dinah Washington und Carmen McRae zusammenarbeitete.

Lin Halliday (16.6.1936 De Queen, Arkansas – 25.1.2000 Chicago Illinois), origineller Tenorist der Rollins-Schule, der erst in den 90erJahren mit Alben auf dem Label Delmark verdiente Aufmerksamkeit fand.

Ross Russell (18.3.1909 Los Angeles, Kalifornien – 31.1.2000 Palm Springs, Kalifornien) Begründer der Dial Records und Verfasser der Parker-Biografie „Bird Lives!“.

Gus Johnson (15.11.1913 Tyler, Texas – 6.2.2000 Dallas, Texas) großartiger Schlagzeuger der Kansas City-Tardition, Nachfolger von Jo Jones bei Count Basie.

Donald „Tee“ Carson (1930 Washington, DC – 13.2.2000 Cedar Park, Texas), Pianist, der in Basies Orchester den Count während dessen Krankheit und nach seinem Tod bis 1987 ersetzte.

Al Grey (6.6.1925 Aldie, Virginia – 24.3.2000 Phoenix, Arizona), großer Dämpferspezialist unter den Posaunisten, der lange bei Basie wirkte.

Jonah Jones (31.12.1909 Louisville, Kentucky – 30.4.2000 New York City) Jazztrompeter, der in der Swing-Ära sehr hot spielte, aber erst in den 50er-Jahren mit softem relaxten Jazz auf gestopfter Trompete kommerziellen Erfolg hatte.

Teri Thornton (1.9.1934 Detroit, Michigan – 2.5.2000 Englewood, New Jersey) Sängerin, die trotz Anerkennung von Insidern in den 60er-Jahren erst kurz vor ihrem Tod ihren Durchbruch hatte.

Barry Ulanov (1918 New York City – 7.5. 2000) neben Leonard Feather erster wichtiger Kritiker auf der Seite des modernen Jazz.

Benjamin „Buzzy“ Drootin (22.4.1920 bei Kiew – 21.5.2000 Englewood, New Jersey), Drummer aus dem Eddie-Condon-Kreis mit Schwerpunkt auf Dixieland, der aber auch mit Modernisten (z.B. Serge Chaloff) arbeitete Gordon „Bex“ Benneke (12.2.1914 Fort Worth, Texas – 30.5.2000 Costa Mesa, Kalifornien) Saxophonist und Sänger Glenn Millers, der dessen Tradition weiterführte.

Joe Puma (13.8.1927 New York City – 31.5.2000 New York City) vielseitiger Gitarrist, dessen viel zu wenig beachtetes Talent auf Platten stilistisch unterschiedlichster Musiker (Artie Shaw, Herbie Mann, zuletzt Warren Vaché) dokumentiert wurde.
Arnold Ross (29.1.1921 Boston, Massachusetts – Juni 2000 Kalifornien) brillanter Pianist der Übergangszeit zwischen Swing und Bop, der unter anderem bei Harry James JATP wirkte.

Clint Houston (26.6.1946 New Orleans – 6.6.2000 New York City) Bassist, der sich in den 70er-Jahren vor allem durch die Zusammenarbeit mit Stan Getz und Joanne Bracken einen guten Ruf schaffte.

„Buddy“ Burgher Jones (17.2.1924 Hope, Arkansas – 9.6.2000 Carmel Valley, Kalifornien) Bassist, der auch Tuba und Klavier spielte, und z.B. auf Einspielungen mit Charlie Parker und Phil Woods zu hören ist.

Marcus A. Woelfle

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