Von links nach rechts: Jakob Petzl, Matti Oehl, Antonia Hausmann und Philip Frischkorn. Foto: Susann Jehnichen

„Trio.Diktion“ – Romantischer Jazz aus Leipzig

Von Julian Krenz – „Trio.Diktion“, das sind nicht drei, sondern vier junge Musiker aus Leipzig, die zusammen einen neuen Stil, eine neue Ästhetik fanden. Matti Oehl (Altsaxophon, Klarinette, Glockenspiel), Antonia Hausmann (Posaune), Jakob Petzl (Kontrabass) und Philip Frischkorn (Klavier) schaffen inspiriert von Liederzyklen der klassischen Romantik, aktueller Singer-Songwriter-Musik und Broadway-Songs des zwanzigsten Jahrhunderts erfrischenden und spannenden Jazz. Die untypische Besetzung des Quartetts lässt den Hörer neue Klangwelten entdecken. Nur eine logische Folge, dass die Leipziger beim erstmals vergebenen Münchner Jazzpreis im Jahr 2013 sogleich die Bronze-Medaille holten.

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JazzStudio Nürnberg feiert 60-jähriges Bestehen mit Jazzwoche im April

„Ein Kellerloch als Tor zur Welt“ – so lautet der stimmige Titel eines Buches, das anlässlich des 40-jährigen Jubiläums im ConBrio Verlag erschienen ist (derzeit nur mehr antiquarisch erhältlich). Und treffender lässt sich die frisch renovierte Residenz des JazzStudio Nürnberg am Fuß der Burg wohl kaum umschreiben. Denn die Liste der absoluten Topstars, die früher oder später zu Besuch in der Lebkuchenhauptstadt waren, ist lang und illuster. Ende der 50er- und Anfang der 60er-Jahre waren durch die Zusammenarbeit mit dem Konzertbüro Lippmann & Rau alle Größen der Jazzszene in Nürnberg zu Gast: Ella Fitzgerald, Miles Davis, Duke Ellington, John Coltrane oder das Modern Jazz Quartet. Nach ihren Auftritten in der Alten Messehalle oder im Lessingtheater traf man sie oftmals noch in den Kellerräumen des JazzStudio an. Ein gesellschaftliches Ereignis mit 2.000 Besuchern wurde das seit 1966 alljährlich stattfindende Festival „Jazz Ost-West“, das während des Kalten Krieges als Begegnungsstätte zwischen Jazzmusikern aus Ost und West diente. Nach dem Zerfall des Ostblocks verlor das Festival an Bedeutung, die Zuschauerzahlen gingen zurück, 2002 wurde es das letzte Mal veranstaltet. Auch mit einem Generationenwechsel hatte man nach dem Ausscheiden …

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Wechsel an der Spitze: ein Interview mit Gebhard Ullmann, dem neuen UDJ-Vorsitzenden

Als einen emotionalen Menschen, der „auch und gerne aneckt, stets aber das Machbare im Blick hat“, bezeichnet sich Gebhard Ullmann selbst. Der 56-Jährige ist vielfach ausgezeichneter, international renommierter Saxophonist, Bassklarinettist, Flötist, Komponist und seit November 2013 neuer Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker. JazzZeitung: „Jazz ist, was wir draus machen – musikalisch aber auch politisch und gesellschaftlich!“ Dieser Satz stammt von dir. Engagierst Du Dich deshalb jetzt in der UDJ in erster Reihe? Gebhard Ullmann: Ich bin früh in die UDJ eingetreten, weil ich das wichtig fand. Dann habe ich mich in der sich neu organisierenden Berliner Szene der 80er sehr engagiert. Angesichts der aktuellen Entwicklungen finde ich die UDJ noch viel wichtiger. Ich will mitgestalten und möchte dies allen anderen auch ans Herz legen: Jammern hilft nicht! JazzZeitung: Zunächst warst Du also politisch sehr aktiv, hast Dich aber dann auf die Musik konzentriert, nun „back to politics“ – wie kommts? Ullmann: Ich wollte mich um meine Musik kümmern, „das kann ich auch alleine“ war für eine Weile das Credo. Jetzt möchte ich etwas zurückgeben. Sicher war ich nach dem Engagement der 80er auch enttäuscht, interessanterweise …

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Beruf: Jazzmusiker (5) – Zusammen ist man weniger allein

Jazzmusiker sind oft als Einzelkämpfer unterwegs in einem Arbeitsfeld, das sehr auf den „ganz eigenen, persönlichen Stil“ fixiert ist. Jeder sucht für sich nach einer Nische, einer Marktlücke, in der er sich sein Auskommen sichern kann. Und die Kollegen sind immer auch ein Stück weit Konkurrenten. Wollen wir unser Werk einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen, ist es fast unumgänglich, dass wir uns in Abhängigkeiten begeben – zu Konzertveranstaltern, Booking-Agenturen, Labels oder Musikverlagen. Solange es dem Marktsegment, in dem wir Einzelkämpfer uns bewegen, einigermaßen gut geht – und das war im 20. Jahrhundert recht lange so –, funktioniert diese „Infrastruktur“ und wir können wir es uns leisten, unseren individualistischen Ansatz konsequent zu verfolgen. In schwierigen Zeiten aber – und momentan sind sie etwas schwierig – wird schnell deutlich, dass der einzelne Musiker das schwächste Glied der Kette ist. Gehen die Einnahmen aus Konzertkarten- und Tonträgerverkauf zurück, reichen Veranstalter, Agenturen und Labels das wirtschaftliche Risiko stets an den Musiker weiter, um ihr eigenes wirtschaftliches Überleben zu sichern. Da wir Musiker aber niemanden haben, auf den wir das Risiko abwälzen könnten, stehen wir plötzlich vor der Frage, für …

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Nils Wogram erhält Albert Mangelsdorff-Preis 2013

Bisher wurde der Albert-Mangelsdorff-Preis (Deutscher Jazzpreis) der Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) für das Lebenswerk verliehen. Die personell völlig neu aufgestellte UDJ hat sich in diesem Jahr für eine Öffnung der Auswahlkriterien des Preises entschieden. Somit konnte die Jury den Posaunisten und Komponisten Nils Wogram gestern im Rahmen des Jazzfests Berlin als bis dato jüngsten Preisträger ehren. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der GEMA-Stiftung, dem Förderungs- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbandes und der GVL gestiftet. Überreicht wurde der Preis erstmalig in Form einer Trophäe des Berliner Metallbaukünstlers Wolfgang Seidel von Julia Hülsmann, Vorsitzende der Union Deutscher Jazzmusiker. Die Laudatio hielt der Publizist Hans-Jürgen Linke, der die Arbeit des Preisträgers seit Jahren verfolgt:  „Nils Wogram steht mit beiden Beinen in der Jazzgeschichte, aber wie alle Posaunisten hat er seine Beine nicht nur zum Stehen und Geerdetsein. Er bewegt sich, und Jazzgeschichte ist für ihn immer eine Herausforderung zur Aneignung, die durchaus kompliziert ausfallen kann. In Root70 hat er gemeinsam mit Hayden Chisholm mikrotonale Spielweisen entwickelt, mit denen er sein eigenes Verständnis von Jazz auflädt. Vor einigen Jahren gab es zum Beispiel ein Album, das …

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Der Innovator – Albert-Mangelsdorff-Preis 2013 geht an Nils Wogram

Der Posaunist und Komponist Nils Wogram erhält den Albert-Mangelsdorff-Preis 2013 (Deutscher Jazzpreis). Der von GEMA-Stiftung, Deutschem Komponistenverbandes und GVL mit 15.000 Euro dotierte Preis wird von der Union Deutscher Jazzmusiker seit 1994 alle zwei Jahre an herausragende Persönlichkeiten der deutschen Jazzszene verliehen. Die Verleihung findet am 3. November 2013 im Rahmen des Jazzfests Berlin statt, bei der die UDJ gleichzeitig ihr 40-jähriges Jubiläum feiert. Nils Wogram ist nicht nur der erste Posaunist der den Preis erhält, sondern auch der bisher jüngste Preisträger. Die Union Deutscher Jazzmusiker hatte die Kriterien der Preisverleihung erweitert, um „die hochspannenden aktuellen Entwicklungen des Jazz aus Deutschland“ noch besser berücksichtigen zu können. Die hochkarätige Jury hatte sich für Wogram, der heute als einer der wichtigsten Jazzmusiker Europas gilt, entschieden, weil er neben seiner technischen Brillanz und seiner großen Innovativität tief in der Jazzgeschichte verwurzelt sei. Er sei als Solist, Bandleader und Komponist ungemein produktiv, betreibt sein eigenes Plattenlabel und unterrichtet an der Hochschule Luzern. Auch über sein künstlerisches und pädagogisches Engagement hinaus, setze sich Nils Wogram für die Belange der Jazzszene ein. Wir werden bei der Verleihung live dabei sein und …

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BMW Welt Jazz Award: Root 70 triumphiert über die Lotus Eaters

Der Gewinner des BMW Welt Jazz Award 2011 heißt Nils Wogram mit seiner Band Root 70. Beim Finale im Auditorium der Münchner BMW Welt stach die Band des Posaunisten die Mitfinalisten Wanja Slavins Lotus Eaters aus. Beide waren nach einer Reihe von Live-Konzerten (Motto: „Two Horns & more“) übrig geblieben und können sich als Finalisten über stattliche Preisgelder (Sieger: 10.000 €; Zweitplatzierter: 5.000 €) freuen. Einen Bericht über das Finale von nmz-Autor Ssirus Pakzad – der alle Konzerte des BMW-Welt Jazz Awards gesehen hat – finden Sie hier. Im kommenden Januar geht es in die nächste Runde, die unter dem Motto „Jazz and the City“ stehen wird. Links: BMW Welt Jazz Award Website von Nils Wogram Lotus Eaters on MySpace

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Die Finalisten des BMW Welt Jazz Award 2011

Die Jury hat entschieden. Die Wahl für die Finalisten des BMW Welt Jazz Award 2011 ist auf Wanja Slavin Lotus Eaters und Nils Wogram’s Root 70 gefallen. Sechs Bands haben zwischen Januar und März 2011 mit jeweils einem Konzert im Doppelkegel der BMW Welt um den Finaleinzug gespielt. Dabei haben sich die beiden Ensembles durchgesetzt und werden nun am 9. April 2011 im Auditorium der BMW Welt gegeneinander antreten. Die Siegprämie ist mit 10.000 € stattlich und vergleichbar mit der beim Neuen Deutschen Jazzpreis in Mannheim, über die sich kürzlich em, das Trio von Michael Wollny, Eva Kruse und Eric Schaefer freuen konnte. Beim BMW Welt Jazz Award wird der Zweitplatzierte die BMW Welt immerhin noch mit 5.000 € verlassen. Zur Begründung der Jury

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Eintritt frei in runde drei: BMW Welt Jazz Award 2011

Am 23. Januar 2011 haben mit der Performance von Wanja Slavin Lotus Eaters die Konzerte des BMW Welt Jazz Award 2011 begonnen. An zwei Sonntagen im Monat finden bis zum 13. März noch fünf weitere Jazz Matineen im Doppelkegel der BMW Welt statt. Nach dem Gesangsschwerpunkt im letzten Jahr, stellen sich unter dem diesjährigen Motto „Two horns and more“ Solostimmen mit kleinem Ensemble dem Wettbewerb um den BMW Welt Jazz Award – und um die 10.000 Euro Preisgeld. Die Jury nominiert nach dem sechsten Konzert die beiden Finalisten, die am 9. April 2011 um 20 Uhr im Auditorium der BMW Welt auftreten. Die Matineen beginnen jeweils um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei, ein nettes Feature, das die BMW Welt bei den Matineen im Doppelkegel seit dem Start des Kulturprogramms 2007 beibehalten hat. Das Finale gibt’s leider nicht umsonst zu sehen. Der Ticketverkauf beginnt heute (23.1.11) in der BMW Welt und bei München Ticket. BMW Welt Jazz Award 2011. Die Termine: 23. Januar 2011: Wanja Slavin Lotus Eaters 30. Januar 2011: Rosario Giuliani 5et featuring Flavio Boltro 13. Februar 2011: Matthias Spillmann´s mats-up 27. Februar …

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Jazz im Rundfunk – Episode I: Der BR

Der Jazz beim Bayerischen Rundfunk hat eine lange Geschichte und reicht bis zur Zeit zurück, als man noch als Radio München unter der Ägide der Amerikaner sendete – Mitternacht in München hieß die berühmteste Sendung mit Jazz in dieser Zeit. Als Redakteure in der Abteilung „Leichte Musik“, zu der der Jazz im BR bis heute gehört, arbeiteten nach dem Krieg u.a. Jimmy Jungermann, Werner Götze, Ado Schlier, Peter Machac und Joe Kienemann. Jazz im BR-Hörfunk Die heutige Hauptsendung Jazztime (tägl. um 23.05 Uhr) hat ihren Platz beim Sender BR-Klassik. Neben den festen Redakteuren Roland Spiegel und Beate Sampson (u.a. Jazz aus Nürnberg) moderieren auch die Jazzjournalisten Ssirus Pakzad, Marcus Woelfle und Ralf Dombrowski regelmäßige Sendungen. Außerdem seit 2003 fest dabei: Bassist Henning Sieverts, wobei man sich bei ihm fragt, wie er noch Zeit findet, um Sendungen zu fahren, nachdem er in gefühlt jeder Jazzband spielt, die in München und auch andernorts die Bühnen besetzt…

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