Man muss schon ein wenig stöbern – heutzutage natürlich ziemlich einfach – um dahinter zu kommen, was der Münchner Sänger und Komponist Kilian Sladek mit dem Albumtitel ausdrücken will. „Syllabulism“ liegt phonetisch nahe beim Wortbestandteil Silbe und beschreibt mit dem anglisierten Nomen den silbenweisen – syllabisch(en) – Gesang über den Notenwerten eines Chorals oder Liedes. Silben in Form von textlosem Gesang prägen das Debütalbum, das Sladek mit seinem jungen Quartett mit Hilfe einer Fundraising-Aktion auf Startnext (Unit Records) auf die Beine gestellt hat. Zuvor ist lediglich eine EP des Quartetts als quasi Appetizer erschienen. Die sieben Eigenkompositionen Sladeks sind sowohl von ihrem Gehalt, wie auch formal sehr unterschiedlich. Wirkt beispielsweise das entspannt-heitere „Inner Peace“ mit viel Fingerschnippen, rhythmischem Backgroundgesang und Händeklatschen wie eine raue, improvisierte Bobby McFerrinsche Reinkarnation, hebt hinter der Himmelspforte – „Heavens Gate“ – der 2017 verstorbene Al Jarreau vergnügt lachend beide Daumen. Nun ist es keineswegs so, dass hier ein Epigonenalbum entstanden ist, aber die beiden Vokalkünstler sind nun mal die Referenzpunkte, wenn es um Jazzgesang und Vokaltechniken geht. Und davon beherrscht der 26-jährige Münchner, der wie seine Mitmusiker an der dortigen …
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